Kostenloses Girokonto 05/2017 – Welches Konto ist wirklich kostenlos?

Wenn es darum geht, ein Girokonto zu finden, stoßen Verbraucher auf eine unüberschaubare Anzahl an Angeboten. Die bunten Werbeanzeigen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken wirken ansprechend und versprechen nicht selten mehr, als Kunden tatsächlich erhalten. Denn gerade viele Zusatzfunktionen sind an Auflagen wie einen regelmäßigen Zahlungseingang geknüpft. Was anfangs als gebührenfreies Girokonto erscheint, erweist sich bei genauer Betrachtung als Medium für immer wieder kehrende Monatsentgelte. Der Blick in das Kleingedruckte ist demnach sehr wichtig für Verbraucher. Doch worauf sollte man achten, wenn man auf der Suche nach einem kostenlosen Girokonto ist? Welche Aspekte sollte man vorab unbedingt eindringlich vergleichen?

Ohne Girokonto geht es nicht (mehr)

bestes-festgeldDie Zeiten, in denen die Miete und Versicherungsbeiträge bar beglichen wurden, sind seit Langem vorbei. Arbeitgeber überweisen den Lohn heute standardmäßig, anstatt am Monatsende ihren Mitarbeitern das Entgelt in die Hand zu drücken. Das Girokonto ist zum Dreh- und Angelpunkt des Zahlungsverkehrs geworden. Es ist aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Nach Berechnungen des Hamburger Statistik-Portals Statista gab es im Jahr 2014 allein in Deutschland 101,9 Millionen dieser Konten. Damit besitzt statistisch gesehen jeder Bundesbürger mindestens ein solches Finanzprodukt. Auch die Politik hat mittlerweile die Bedeutung eines eigenen Kontos erkannt. Daher haben seit dem 19. Juni 2016 alle Bürger in der Europäischen Union einen Rechtsanspruch auf ein so genanntes Basiskonto. Konto-Pfändungen, Schufa-Einträge und anderes stellen damit keinen Verweigerungsgrund mehr dar. Jeder Bürger soll am sozialen Leben uneingeschränkt teilnehmen können, lautet die politische Vorstellung der Gesetzgeber.

Nicht unwichtig: die Zinsen

Zinsen besitzen für das Girokonto gleich auf zwei Weisen eine Bedeutung. Zum einen können sie für vorhandenes Geld anfallen; zum anderen werden sie relevant, wenn Verbraucher ihr Guthaben überziehen und den so genannten Dispo in Anspruch nehmen. Nach Einschätzung von Verbraucherschützern ist sowohl für positive als auch negative Zinsen beim Girokonto Vorsicht angebracht. Denn die Habenzinsen fallen im Vergleich zu anderen Finanzprodukten wie dem Tagesgeldkonto regelmäßig sehr gering aus. Die aktuellen Tagesgeldzinsen sehen Sie in unserem Vergleich vom Tagesgeld 2017 oder auf unserem aktuellen Zinsrechner (http://www.iss-eu.org/konto/tagesgeldrechner/). Daher, so lautet die allgemeine Empfehlung, sollte man nur so viel Geld auf dem Girokonto haben, wie für monatliche Auslagen notwendig ist. Sollzinsen können hingegen schnell ins Geld gehen. Sie liegen meist zwischen 8 und 14 Prozent. Gerade Verbraucher, die das Überziehungslimit ständig in Anspruch nehmen, sollten vorab einen Vergleich von Girokonten anstellen. Bei dem richtigen Geldhaus lässt sich Monat für Monat Geld sparen. Grundsätzlich sollte man Fehlbeträge schnellstmöglich ausgleichen – selbst wenn es sich um ein kostenfreies Girokonto handelt. Die Zinsen können Sie täglich bei unserem Girokonto Zinsenrechner sehen.

Die Bargeldbeschaffung bei einem kostenlosen Girokonto

bestes-girokontoZwar werden immer mehr Transaktionen unbar abgewickelt; dennoch spielen Euro-Scheine und -Münzen eine entscheidende Rolle im Alltag. Beim Bäcker oder am Kiosk um die Ecke ist der digitale Zahlungsverkehr meist nicht eingerichtet. Daher bringt ein gebührenfreies Konto nichts, wenn Verbraucher in der Umgebung keinen Geldautomaten vorfinden oder hohe Gebühren bei einem fremden Institut aufbringen müssen. So werden schnell 5 Euro oder mehr für jede Abhebung fällig – nur um ein bisschen Bargeld zu erhalten. Regelmäßig sind Personen auf dem Land von dieser Gegebenheit betroffen. Daher sollte vor der Einrichtung eines guten Girokontos die Bargeldversorgung unbedingt betrachtet werden. Viele Banken haben sich zu Netzwerken zusammengeschlossen, um ihren Kunden eine flächendeckende Versorgung zur Verfügung zu stellen. Das bekannteste und umfangreichste Netz bietet gegenwärtig die Sparkassengruppe mit gut 25.000 Automaten, an denen Kunden tagsüber und nachts kostenlose Bargeldabhebungen durchführen können. Aber auch die privaten Institute kooperieren. Darüber hinaus beteiligt sich selbst der Handel: Wer für einen Mindestbetrag tankt oder einkauft, kann sich ohne weiteres Geld auszahlen lassen. Namhafte Tankstellen und Supermärkte beteiligen sich.

Die Girokonto-Karte und Kontoauszüge

Geldhäuser sind pfiffig, wenn es darum geht, sich immer wieder neue Gebühren einfallen zu lassen. Das hat auch mehrere Gründe: Denn die Bereitstellung einer Infrastruktur und die Beschäftigung von Mitarbeitern kosten Geld. Der Blick ins Kleingedruckte führt für den Kunden oft zu der Erkenntnis, dass das vermeidlich kostenlose Girokonto mit einer Jahresgebühr für die Giro-Karte verbunden ist. Auch Kontoauszüge kosten regelmäßig Geld, wenn man sich diese nach Hause schicken lässt. In der Finanzbranche hat sich in der Regel etabliert, dass ab einer Mindestanzahl an Kartenzahlungen die Jahresgebühr rückerstattet wird. Wer die Kontoauszüge selbst am Automat abholt, erhält vor Ort kostenlose Nachweise. Alternativ gibt es die Online-Verwaltung.

Online-User sind regelmäßig im Vorteil

das-beste-kontoDie Direktbanken haben im Vergleich zu vielen ortsansässigen Konkurrenten einen unschlagbaren Kostenvorteil. Denn sie müssen weder ein umfangreiches Filialnetz unterhalten noch flächendeckend Mitarbeiter beschäftigen. Das Leben solcher Geldhäuser spielt sich fast ausschließlich im World Wide Web ab. Dadurch können sie Kunden regelmäßig ein kostenloses Girokonto anbieten, das die Bezeichnung umfänglich besitzt. Demgegenüber gestalten Institute mit umfangreichen Filialen ihre Gebühren durchaus kreativ. Die Monats- oder Jahresgebühr für das Girokonto ist keine Seltenheit. Meist sind dann aber auch wirklich alle Gebühren abgegolten. Andere Geldhäuser verlangen ein Entgelt für die Einrichtung jeder Überweisung oder jedes Dauerauftrags. Auch der Eingang eines bestimmten monatlichen Geldeingangs wird gerne vorausgesetzt. Wird ein Mindestgeldeingang nicht verzeichnet, verliert man als Kunde nach kurzer Zeit einen privilegierten Status. Verbraucherschützer empfehlen daher, sich vorab nach den Konditionen zu erkundigen. Aber Obacht! Auch diese Kenntnisse führen zu keiner abschließenden Sicherheit, weil die Banken regelmäßig ihre Bedingungen der aktuellen Geschäftslage anpassen. Werden die Konditionen zu schlecht, hilft nur noch der Wechsel zu einer anderen Bank.

Fazit: Der eigene Bedarf ist entscheidend

Das kostenlose und gebührenfreie Girokonto gilt allzu oft als Maß aller Dinge. Doch nicht immer ist richtig, dass Geiz geil ist, wie ein bekannter Elektrohändler in der Werbung vor langer Zeit ausrief. Denn das Girokonto ohne Gebühren stellt regelmäßig ein Finanzprodukt mit eingeschränkten Serviceleistungen dar. Wer Finanzierungswünsche hat oder den persönlichen Kontakt zu Mitarbeitern wünscht, landet nicht selten in der Warteschleife einer Telefonhotline. Der kurze Weg über einen fachkundigen Angestellten ist durch ein ausgedünntes oder nicht vorhandenes Filialnetz verbaut. Demgegenüber bringt ein hohes Maß an Eigenleistung und Automatisierung bei der Finanzverwaltung ein kostenfreies Girokonto mit sich. Gerade die Direktbanken mit der Onlineverwaltung bieten ein Finanzprodukt, das das Attribut gratis fast immer verdient. Wer sich für ein Girokonto entscheidet, sollte in jedem Fall einen Blick ins Kleingedruckte werfen. Wichtige Aspekte stellen die Girokarte, Kontoauszüge, die Bargeldversorgung, Haben– und Sollzinsen, Grundgebühren und die Online-Nutzung dar. Wer Wert auf eine kostenlose Kreditkarte oder auf das beste Tagesgeldkonto von demselben Bankhaus legt, findet bei über 2.000 Angeboten in Deutschland die passende Lösung. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Kostenloses Girokonto am 3. November 2016 ist bewertet mit 4.9 of 5